Adler Apotheke Ratingen

Die Adler Apotheke

Adler Apotheke (Ratingen)
Marktplatz 2
40878 Ratingen
Tel: 02102 26351
Fax: 02102 26353
Mail: mail@adler-apo-ratingen.de
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Sa 9:00 - 14:00 Uhr

Gesundheits Infos

Entdecken Sie über 400 Jahre Ratinger Apotheken-Geschichten

 

Die Anfänge

Die Adler Apotheke gilt als die älteste in Ratingen, vielleicht gar des gesamten Herzogtums Berg, auch wenn das genaue Gründungsjahr sich wissenschaftlich nicht klären lässt. Die erste Erwähnung einer Apotheke in Ratingen stammt aus dem Jahre 1614. Als Inhaber wird Joachim Friedrichs genannt, der neben der Apotheke auch eine Kneipe oder ein Brauhaus besaß. Diese beiden Geschäfte gehen – wohl durch Erbschaft – in das Eigentum von Heinrich Wilhelm Korte über, Mitglied der mehrere Generationen überspannenden Arzt- und Apothekerfamilie Korte.

Bereits sein Vater Johannes Korte (*1695, †1742), Kirchmeister in der hiesigen lutherischen Gemeinde, erhielt am 4. Februar 1729 durch den pfälzischen Kurfürsten und Herzog von Jülich-Berg Carl III. Philipp, das „Privilegium exclusivum“ für seine zu diesem Zeitpunkt bereits bestehende Apotheke.

Als Johannes Korte stirbt, ist sein Sohn Heinrich Wilhelm noch in der Ausbildung. Heinrich Wilhelms Bruder Johann Kasper studiert Medizin und lässt sich in Monschau in der Eifel nieder. Die Apotheke führt zwischenzeitlich der Mettmanner Apotheker Reinhold als Provisor. Als Heinrich Wilhelm die Apotheke 1756 übernimmt, heiratet er Reinholds Tochter Dorothea Elisabeth Reinhold. Aus dieser Ehe gehen 9 Kinder hervor, fünf Töchter und vier Söhne.

Gleich drei der Söhne ergreifen den Beruf des Vaters. Heinrich Kasper (*1757, †1804) folgt seinem Onkel nach Monschau und eröffnet dort die Hirsch Apotheke, die bis ins Jahr 2005 Bestand habe soll. Johann Bernhard erlangt als Apotheker in Solingen überregionale Bekanntheit, während Friedrich Abraham Korte (*1770, †1841) die Ratinger Apotheke übernimmt, als sein Vater am 28. April 1812 verstirbt.

Das 19. Jahrhundert

Ein offizielles Verzeichnis aus dem Jahre 1813 listet ganze 521 vorrätige Arzneien auf, eine für damalige Verhältnisse stattliche Zahl. Obwohl im Jahr 1819 lediglich 1.600 „Seelen“ in Ratingen wohnen, ernährt die Apotheke auch einen Gehilfen. Neben der Stadt Ratingen selbst waren die Orte Eckamp, Bracht, Eggerscheidt, Schwarzbach und ein Teil von Rath mit zusammen circa 5.450 Einwohnern zu versorgen.

Die Nachfolge des unverheirateten Friedrich Abraham Korte tritt 1840 Maximilian Joseph Viktor Scholl (*1812, †1851), Sohn seiner Schwester Henriette, an. Seine Approbation als Apotheker 1. Klasse hatte Scholl am 30. Mai 1838 in Berlin erhalten, die bisher nach der Familie Korte benannte Arbeitsstätte wird fortan „Scholls Apotheke“ heißen. 
Als Maximilian im Alter von nur 39 Jahren verstirbt, erhält seine Witwe Louise Scholl, geb. Käuffer, die Erlaubnis zum Weiterbetrieb der Apotheke.

Unterstützt von wechselnden Verwaltern vollzieht sie den Umzug in das noch heute bestehende Haus „Zu den vier Winden“. Es liegt gegenüber der alten Apotheke an der Bechemer Straße und war schon damals für den modernen Apothekenbetrieb besser geeignet. Die Grundmauern des Hauses waren gegen 1700 angelegt worden, 1789 wurde es vom damaligen Bürgermeister Dregreck erweitert und aufgestockt. Nach dem erfolgreichen Umbau zur Apotheke erhielten Familie Scholl und der damalige Verwalter Hasbach von der Aufsichtsbehörde, der Regierung in Düsseldorf, ein Lob für die Abwicklung des Umzugs.

So konnte der Sohn der Familie, Dr. Maximilian Scholl, 1874 eine offensichtlich florierende Apotheke übernehmen, denn schon 1875 erwarb er Betrieb und Gebäude von der Mutter und seinen vier Geschwistern. Doch schon Ende 1876 wechselte er nach Bonn, wo er den Betrieb seines Schwagers Dr. Georg Dahm übernahm. Diese Apotheke verblieb bis heute im Besitz der Familie Scholl und wird derzeit von Barbara Scholl geleitet.

In der Adler Apotheke folgte der Familie Scholl am 5. Januar 1877 Maximilian Bretz aus Bitburg in der Eifel. Er war bis zu seinem Tod am 5. April 1898 der Inhaber. Am 1. September 1898 übernahm der aus Duisburg stammende 26-jährige Apotheker Leo Lersch die Adler Apotheke, die seine junge Braut, Berti Schulte-Westhoff, aus nicht näher erläuterten Zusammenhängen als Mitgift in die Ehe einbrachte.

 

Das 20. und 21. Jahrhundert

Während seiner Ausbildungszeit hatte Leo Lersch unter anderem in Marburg, in Bergen auf Rügen und in Düsseldorf in der erst vor wenigen Jahren geschlossenen Hof-Apotheke auf der Bolkerstraße praktiziert. 
Leo Lersch betrieb die Adler Apotheke fast ein halbes Jahrhundert lang bis 1947. Er ist damit – nach Friedrich Wilhelm Korte – ihr dienstältester Pharmazeut. Unter seiner Leitung avancierte die Adler Apotheke zeitweise zu einer Art Ratinger Institution. Zum 45jährigen Dienstjubiläum erschien am 1. September 1943 eine umfangreiche Festschrift mit Abhandlungen zur Geschichte der Apotheke. Anlässlich des Todes von Leo Lersch am 2. März 1947 wurde diese Denkschrift von einem anonymen Verfasser um einen kurzen Anhang mit einer besonderen Würdigung der Person Leo Lersch ergänzt.

Nach Leo Lerschs Tod übernahm zunächst sein Angestellter Peter Schröder und später Fräulein Hildegard Jung die Apotheke in Pacht von Berti Lersch. Im Jahr 1963 gehen Haus und Apotheke in das Eigentum von Fräulein Jung über, die diese 1977 aus Altersgründen Frau Bruer übergab. Die gebürtige Osnabrückerin lebte schon längere Zeit in Düsseldorf, wechselte aber vier Jahre später nach München und betreibt dort noch heute die Inter Apotheke in der Nähe des Hauptbahnhofs.

Ihre Nachfolgerin Barbara Witzens übergab den Staffelstab im Jahr 2005 an das Apotheker Ehepaar Christa und Dr. Walter Leven. Dem historischen Interesse und der akribischen Detailarbeit von Dr. Walter Leven ist die Überlieferung der hier erzählten Geschichte zu verdanken.

Seit 2014 führt Sabine Jung die Adler Apotheke als Inhaberin.